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Beeindruckendes Konzert in der Peracher Kirche

Gunter Janoschka (Blockflöten) und Christian Schulz (Gitarre) begeisterten das Publikum

Perach (HÄ) - Bis auf den letzten Platz war am vergangenen Wochenende die kleine Sankt Andreas Kirche in Perach besetzt. Grund für den enormen Publikumsandrang war das „Konzert in der Kirche“ mit den beiden jungen Musikern Gunter Janoschka und Christian Schulz, zu dem der Kulturverein der Gemeinde Ainring eingeladen hatte. Doch gerade die Beschaulichkeit des Raumes, die spätgotische Ausschmückung und die hervorragende Akustik des Gotteshauses machten neben den musikalischen Darbietungen einen besonderen Reiz aus.

An die 100 Musikliebhaber konnte Frau Gabriele Noreisch, Vorsitzende des Kulturvereins, am Samstagabend in der Peracher Kirche begrüßen. Nachdem sie die  Künstler, den Blockflötisten Gunter Janoschka und den Gitarristen Christian Schulz, beide Studenten am renommierten Salzburger Mozarteum, kurz vorgestellt hatte, konnte das abwechslungsreiche Programm beginnen. Mit viel Hingabe wurde eine Sonate in C-Dur für Alt-Blockflöte und Gitarre von Georg Philip Telemann vorgetragen – ein Stück, das sowohl ruhige und langsame als auch muntere und lebhafte Passagen bot. Johann Sebastian Bach, ein Zeitgenosse und enger Freund Telemanns, schrieb in Anlehnung an eine Form der Tanzmusik die „Gavotte en Rondeau“, welche Gunter Janoschka in einem eindrucksvollen Flötensolo darbot. Als nächstes standen das Larghetto espressivo und das Poco Allegro aus einer Serenade für Flöte und Gitarre von Fernando Carulli auf dem Programm. Eine kurze Pause gab dem Publikum Gelegenheit sich über Eindrücke der bisherigen hervorragenden Darbietungen auszutauschen. Nachdem der erste Teil des Konzerts eher den Klassikern unter den Komponisten gewidmet war, sollten nun modernere Stücke zum Vortrag kommen. Christian Schulz gab den Zuhörern jeweils eine kurze Einleitung zur Person des Komponisten, seiner Intention, sowie interessanten Hintergrundinformationen. Eigens für den Lehrer des jungen Gitarristen komponierte der Kanadier Jacques Hetu die „suite pour guitare opus 41“. Im energischen ersten Satz, der „Ballade“, versucht er auf musikalische Weise den Ärger einer Person auszudrücken. Die Saitenklänge der sanft verspielten „Reverie“ hingegen luden den Zuhörer mehr zum Träumen ein. Den Abschluss bildete das rasante und temperamentvolle „Final“. Elemente der Unterhaltungsmusik griff William Walton in seinem Werk auf, aus dem Schulz Ausschnitte der 5 Bagatellen für Gitarre zu Gehör brachte. Ungewohnte Klänge und Techniken des Flötenspiels bot Gunter Janoschka, als er bei Bob Margolis` „Fanfare“ auf zwei Instrumenten gleichzeitig spielte und mit dieser unkonventionellen Handhabung das Publikum zeitweise zum Schmunzeln brachte. Auf ebenso originelle und ausgefallene Weise benutzte Christian Schulz bei der „Histiore du Tango pour flute et guitare“ den Körper seines Instruments als Trommel, um im Takt der temperamentvollen Tanzmusik zu schlagen. Der Komponist dieses Stücks , Astor Piazolla, hatte sich das Ziel gesetzt, den Tango in den großen Konzertsälen zu etablieren. Hier zeichnet er auf musikalischem Wege die geschichtliche Entwicklung dieser Musikrichtung nach. Von den Anfängen in einem „Bordel“ um die Jahrhundertwende über das „Café“ in den Dreißigerjahren bis hin zum „Nightclub“ der wilden Sechzigern greift er charakteristische Komponenten der jeweiligen Unterhaltungsmusik auf und versucht den Zeitgeist einzufangen. Gerade diese modernen Formen der Musik erfordern große Ausdrucksstärke, welche Gunter Janoschka und Christian Schulz zweifelsfrei unter Beweis stellten. Auch die Zuhörer zeigten sich aufgeschlossen gegenüber diesen ausgefallenen und großenteils unbekannten Kompositionen sowie der Interpretation der beiden Künstler und spendeten begeistert tosenden Applaus.


Foto: Andreas Hänsch

 

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