|
| |
Der Högl
Der sanfte Bergrücken aus Flyschgestein entlang der Autobahn München -
Salzburg, ist vorwiegend von Wäldern, Feldern und Wiesen bedeckt. Vereinzelte
oder in kleinen Gruppen zusammenstehende Bauerngehöfte und Gastwirtschaften
lockern das Bild auf. Der Högl ist leicht zu finden. Er ist dort, wo das Wort
'Högl' in den Ortsnamen vorkommt: Ulrichshögl, Auhögl, Johannishögl,
Langhögl, Oberhögl, Sechshögl, Steinhögl, Höglau, Höglwörth. Das Gebiet
des Högl teilen sich seit der Gebietsreform im Jahre 1972 die Gemeinden Anger,
Piding und Ainring.
Ablagerungen von Fremdgestein nahe der Bergkuppe des Högls deuten darauf
hin, dass der Högl während der Eiszeit vollständig von Eis bedeckt war.
Bereits sehr früh nach dem Abschmelzen der Gletscher (vor 12000 - 15000 Jahren)
scheinen die ersten Menschen am Högl aufgetaucht zu sein, wie die Funde aus der
Stein und Bronzezeit belegen. Steinbeile und Bronzeschwerter, Urnen und
Hügelgräber sowie weitere Siedlungsreste belegen, dass der Högl schon in der
Jungsteinzeit ziemlich flächendeckend besiedelt war. In der Folgezeit hatten
auch die Römer Interesse am Högl, wie die römischen Brandgräber bei Hainham
(Anger), die Fundamente eines römischen Bades in Steinhögl und Reste eines
Tempels bei Aufham (Anger) zeigen.
Östlich des Högls entstand eine der bedeutendsten Salzhandelstrassen des
Römischen Reiches von Salzburg (Juvavum) nach Augsburg (Augusta
Vindelicorum). An wenigen Stellen sind noch Reste dieser Salzhandelstrasse zu
besichtigen, so in der Gemeinde Ainring im Ortsteil Bruch in der Nähe der
Bahnunterführung der B 304 zwei 1 m hohe und ca. 8 m breite Straßendammstücke
westlich und östlich der Bahnlinie. Der Name der Strasse in Bruch
"Römerstrasse" erinnert noch heute an diesen bedeutenden
Salzhandelsweg. Westlich des Högls verlief eine weitere Salzstrasse von Bad
Reichenhall nach Teisendorf, wo Sie in die o.g. mündete.
Die ersten urkundlichen Erwähnungen von Besiedlungen in dieser Gegend um den
Högl sind in der Notitia Arnonis von 788 aufgezeichnet.
Das wohl bedeutendste Wirtschaftsprodukt des Högls vom 14. Jhdt. an
bis zum Beginn des 20. Jhdt's war jedoch der Högler
Sandstein.

Der bewaldete Höhenzug in der Bildmitte vorne rechts stellt den Högl dar. Dahinter
von links nach rechts Fuderheuberg, Staufen, Zwiesel, Teisenberg; im Hintergrund
die Berchtesgadener Berge und der Wilde Kaiser.
|