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Direkt
an der Straße von Neukirchen nach Oberteisendorf erzählt
Ihnen das Bergbaumuseum Achthal die Geschichte des Erzabbaus in
dieser Region in anschaulicher Form. In mühevoller und
zeitaufwändiger Weise hat der Initiator Sepp Winkler zusammen
mit dem 1983 gegründetem Förderverein Bergbaumuseum
Achthal e.V. Zusammengetragen, was zum Erzbergbau und zur
Eisenverarbeitung am Teisenberg noch aufzutreiben war.
Das Gebäude mit dem schindelgedecktem
Walmdach, das ehemalige Direktionsgebäude des Eisenwerkes
Achthal, zeigt in seinem Inneren Bilder, Zeichnungen und Pläne
von der wechselvollen Vergangenheit des regionalen Erzabbaues und
dessen Verhüttung. Bergknappen in ihren blauen Uniformen, ein
getreuer Nachbau eines Stollens und die verschiedenen Werkzeuge
werden bei einer Führung ebenso erläutert wie
Entstehung, Abbau und Verarbeitung des Erzes in der Region.
Das Bergbaumuseum Achthal ist von Mai bis
September Sonntag von 10.00 - 12.00 Uhr, Dienstag bis Samstag von
13.00 bis 16.00 Uhr geöffnet. Anmeldung zu Führungen
-auch ausserhalb dieser Zeiten -ist möglich unter 08666/7149
oder 08666/1029.
Das gewonnene Eisen und seine
Verarbeitung aus dem Büchlein 'Der Salzburger Erzbergbau
am Teisenberg' von Sepp Winkler
Die Geschichte des Eisens ist die Geschichte
unserer Kultur. Wir unterscheiden in der Kulturgeschichte der
Menschheit gewisse Entwicklungsstufen, die von den Forschern mit
Namen belegt worden sind, die sich auf das Material beziehen, aus
welchem die Menschen der einzelnen Zeitepochen ihre Werkzeuge
herstellten. Nach der uns bekannten Ur-, Stein - u. Bronzezeit
folgt diesen endlich die Eisenzeit. Während man zum Beispiel
im römischen Reich schon längst das Eisen kannte und
auch benutzte, hatten die alten Germanen noch die Bronze als
Hauptmaterial für Werkzeuge und Schmuck im Gebrauch und
lernten das Eisen erst hauptsächlich durch die Römer
kennen, die ihre Eroberungszüge bis nach Deutschland
ausdehnten. Welche Bedeutung für unsere Zeit das Eisen im
Verein mit der Kohle gewonnen hat, bedarf kaum einer Erläuterung.
Ohne Eisen wäre im 18., 19. und auch im 20. Jahrhundert kein
Handel und kein Gewerbe denkbar, und die Macht eines Landes, seine
wirtschaftliche Blüte war abhängig von der
Eisenverarbeitung in ihm, von der Blüte seiner Industrie und
seiner Gewerbe.
Die Verschiedenartigkeit der Eisensorten in Farben
und Gefüge ihrer Bruchflächen ist nur auf den
Kohlenstoffgehalt zurückzuführen, und man hat Formen zu
unterscheiden, die durch äußere Umstände bedingt
sind. Unter Zugrundelegung dieser Formen des Kohlenstoffgehaltes
im Eisen ist seine Darstellung zu betrachten, und nach ihnen
erfolgt auch die Einteilung der erstarrten Eisensorten in
Roheisenu nd schmiedbares Eisen.
Roheisen nennen wir im allgemeinen die
schmelzbaren Eisensorten, wie sie im Hochofen erzeugt werden. Es
enthält über zwei Prozent Kohlenstoff, schmilzt bei
einer Temperatur von 1075 – 1275 °Celsius und ist
nicht schmiedbar, ebenfalls war es früher nicht schweißbar.
In Neukirchen und am Kressenberg stand das
sogenannte Rot- und Schwarzerz zum Abbau an.
Sehr oft enthalten aber diese Erze noch
Beimischungen von Bestandteilen, welche sich selbst bei höheren
Temperaturen nicht verflüssigen und deshalb müssen zu
ihrer Ausscheidung sogenannte Zuschläge oder Flussmittel
zugesetzt werden. Das im Hüttenbetrieb am meisten zur
Verwendung kommende Flussmittel war der Kalkstein. Der in ihm
enthaltene Kalk bildet mit den fremden Bestandteilen der Erze
Schlacke und je mehr Kalk ein Erz zu seiner Verhüttung
braucht, um so ungeeigneter ist es zur Verhüttung.
"Aufbereitung" heißt, die
Eisenerze zur Verarbeitung im "Hochofen" vorbereiten.
Diese Vorbereitung beginnt mit der Zerkleinerung der Erze, die so
zu geschehen hat, dass die Erzstücke eine annähernd
bestimmte Stückgröße nicht überschreiten. Die
Größe der Erzstücke richtet sich nach der
Konstruktion des Hochofens, dem sie zugeführt werden. Also je
kleiner der Hochofen, um so stärker muß das Erz
zerkleinert werden. Dieses Zerkleinern geschah früher
ausschließlich mit der Hand durch Hämmer. Später
verwendete man hierfür geeignete Poch- und Brechwerke, bei
denen das zu zerkleinernde Material zwischen Brechbacken auf eine
bestimmte Stückgröße zerbrochen wurde. Der
Kernpunkt der Aufbereitung ist das Rösten der Erze. Unter
Rösten hat man einen Erhitzungsprozess zu verstehen, durch
welchen einesteils in den Erzen enthaltene flüchtige Stoffe,
wie Schwefel usw. durch die Erhitzung ausgetrieben werden. Das
Beheizen der Hochofen erfolgte mit Holzkohle und gegen Ende des
19. Jahrhunderts auch unter Zusatz von Torf. Zum Rösten der
Erze dienten die Hochofen, von denen es verschiedene
Konstruktionen gab. Sie waren nach dem Prinzip gebaut, dass in den
Ofenschacht durch seine obere Öffnung (Gicht) abwechselnd
eine Lage Erz auf eine Schicht Brennmaterial eingebaut war. Im
Fuße des Hochofens waren Öffnungen vorgesehen, durch
welche die gerösteten Erze aus dem Ofen gezogen wurden. Durch
diese Öffnungen trat auch die Verbrennungsluft ein und wurde
von dem entgegenkommenden glühenden heißen Erze
vorgewärmt. Im Hochofen, früher Plaofen (Blasen,
Gebläse) genannt, wurde das sogenannte Roheisen erzeugt. Im
Laufe der Jahrhunderte hat natürlich die Technik die
Beschaffenheit der Hochöfen diverse Male geändert. Mit
der Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Gebläse
wurden die Öfen bald höher gebaut und lieferten größere
Mengen an Roheisen. Der Gebläsewind wurde im unteren Teil des
Ofens eingeführt. Die Verbrennungsgase stiegen von unten nach
oben, das Schmelzgut u. Brennmaterial rückte von oben nach
unten, also den Gasen entgegen. Das flüssige Roheisen und die
Schlacke sammelten sich unterhalb der Windeintrittsöffnungen,
wobei die spezifisch leichtere Schlacke auf dem Roheisen schwamm.
Der Schlackenfluss wurde nach Beschaffenheit des Ofens auf
verschiedene Weise bewirkt. Der Hochofen selbst, also das
Schachtinnere, war mit feuerfestem Material ausgemauert. Dieses
teure Chamottefutter musste von außen stark gekühlt
werden; um es möglichst lange gebrauchsfähig zu halten.
Während das Roheisen gezielt abgelassen wurde, floss die
Schlacke fast ununterbrochen aus dem Ofen ab. Die Schlacke floss
in große eiserne Behälter und erkaltete darin. Die als
Nebenprodukt gewonnene Schlacke wurde für verschiedene Zwecke
verwendet.
Am bekanntesten sind die Bauernhäuser im
ganzen Rupertiwinkel und im Flachgau, die aus Schlacke (trockener
u. luftiger Baustoff gemauert sind. Ferner wurde die Schlacke als
Drainagematerial und auch im Straßenbau verwendet. Aber auch
im Hüttenwerk selbst fand die Schlacke in zermalener Form in
der Gießerei als Formsand Anwendung. Das Roheisen selbst
sammelte man im Untergestell an, und es wurde durch das Stichloch
abgelassen. Das flüssige Roheisen floss durch Gräben in
die vorgerichteten Gussschalen, in denen es zu Masseln- oder
Barren erstarrte.
Der benötigte Torf wurde auf den
gewerkschaftlichen Mooren (insgesamt 532 Tagwerke) gewonnen und
als Brennmaterial mit 1/3 Torf mit 2/3 Holzkohle verwendet. Als
gewerkschaftseigene Moore dienten das Weitmoos (bei Rückstetten),
das Preisingermoos (nähe Knappenfeld), das Adelstettener Moor
bei Ainring und die Moore bei Leopoldskron und Viehausen am
Untersberg.
Der vorhandene Cupolofen wird zur
Weiterverarbeitung von Roheisen in Gussstücke mit Koks
betrieben. Die Gusswaren bestanden größtenteils aus
Maschinenteilen und Kunstguss. In der Gießerei wurde auch
der sogenannte senkrechte Guss zur Herstellung von
Wasserleitungsrohren betrieben.
Am bekanntesten aber war der Achthaler Kunstguss.
So wurden hier wahre Kunstwerke hergestellt, wie Grabkreuze, Öfen,
Säulen, Balkone, Barren, Fensterrahmen, Gewichtem, Hartwalzen
usw..
Lassen
Sie mich nur einige dominierende Beispiele aufzählen:
Ausstattung der Gewerkschaftlichen Kanzlei in Achthal mit seinen
Gussgeländern, Balkonen u. Baldachinen (wo heute das
Bergbaumuseum untergebracht ist). Der Neugotische Brunnen vor der
Marienkapelle in Achthal, die Mariensäule als Dorfmittelpunkt
in Anger, die rustikale Gusseinzäunung in der Alten Saline
in Bad Reichenhall, ja sogar der wunderschöne Marienbrunnen
im Markt Legau in Allgäu zählen ebenfalls dazu. Bis vor
ca. 40 Jahren zierte auch ein original Achthaler Marienbrunnen den
Markt Teisendorf. Heute ist er in einer Nachbildung wieder
aufgestellt.
Vervielfältigungen bedürfen der
ausdrücklichen Zustimmung vom Autor Sepp Winkler und dem
Förderverein Bergbaumuseum Achthal e.V., Allerberg 4, 83317
Teisendorf
Was ist heute noch geblieben?
Die Reste aufgelassener Bergwerke sind heute noch
in der Nähe von Neukirchen zu sehen. Wenn Sie von Neukirchen
nach Siegsdorf zweigt links die Straße zum Kressenberg ab.
Bei der Schranke neben dem Bach führt der vergittertete
Karlsstollen in den Berg. Im Umfeld des Stollen sind mit
Drahtzäunen gesicherte Abbaustellen zu sehen. Der Pulverturm
oberhalb des Stolleneingangs, errichtet aus Achthaler Schlacke,
dient heute als Gedenkkapelle für die Opfer der Kriege.
Früher wurde hier das Schwarzpulver für die
Bergwerksprengungen gelagert.
Eindrücke von einem Besuch im Bergbaumuseum
Achthal erhalten sie hier.
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