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Besser
bekannt als „Currybunker“, war
die „Birkenschänke“ in
Mitterfelden bis Anfang der
70er Jahre beliebter
Treffpunkt für Urlaubsgäste
aber auch für Einheimische. Zu
ihrem kuriosen Namen verhalf
der Kneipe ihr Wirt, Dieter
Mehlig, der aus seiner
Heimatstadt Berlin die
Currywurst als kulinarische
Spezialität mitbrachte. Das
Lokal, das wegen seines
undichten Daches auch
„Tropfsteinhöhle“ genannt
wurde, stand bis zu seinem
Abriss 1971 nahe der Post in
Mitterfelden.
Das Bild zeigt die heitere
Runde einiger Herren, die das
Lokal als Ziel für ihren
Vatertagsausflug gewählt
hatten. Es ist Teil einer
Ausstellung, die der
Kulturverein der Gemeinde
Ainring zum 50jährigen
Jubiläum des Ortsteils
Mitterfelden zusammenstellt.
Von 28. September bis 14.
Oktober wird ein Überblick
über die geschichtliche,
bauliche, aber auch
gesellschaftliche Entwicklung
geboten. So werden weiterhin
leihweise interessante
Dokumente und vor allem Foto
gesucht, die alle Aspekte des
Lebens in Mitterfelden
betreffen. Dazu zählen
Aufzeichnungen aus Firmen und
Geschäften ebenso wie private
Erinnerungen, besondere
Ereignisse, die Sichtweise von
Zuwanderern oder Alltägliches.
Sammelstelle für diese
Dokumente ist die Johannis
Apotheke in Mitterfelden. Für
Rückfragen steht der
Gesamtleiter der Ausstellung,
Anton Kern, unter Telefon
08654 / 8418 zur Verfügung-
50 Jahre
Mitterfelden – Ausstellung und
Geburtstagsfeier
Streifzug durch
ein halbes Jahrhundert des
Zusammenlebens
50 Jahre
ist es her, als genau am 13.
Februar 1951 aus dem Flugplatz
Ainring die Siedlung
Mitterfelden wurde. Seitdem
hat sich in der Ortschaft
einiges entwickelt und
verändert. Dieses Jubiläum
nahm der Kulturverein der
Gemeinde Ainring zum Anlass,
Erzählungen, Schriftstücke,
Fotos und aussagekräftige
Exponate aus den vergangenen
Jahrzehnten zu sammeln und zu
einer Ausstellung
zusammenzustellen. Die
Pfadfinder Mitterfelden, das
THW und der Gewerbeverband
organisieren am 29. September
ein buntes Fest rund um das
Rathaus, um den „Geburtstag“
der Ortschaft gebührend zu
feiern.
„Es ist
erstaunlich, was sich in einem
halben Jahrhundert in dieser
kleinen Ortschaft alles
ereignet und entwickelt hat“,
berichtet die Vorsitzende des
Kulturvereins Ainring,
Gabriele Noreisch. Seit über
einem Jahr sammelt das Team
rund um Ausstellungsleiter
Anton Kern Informationen über
das Leben in Mitterfelden. In
wochenlanger Arbeit wurde aus
einer wahren Flut von
Berichten, Archivrecherchen
und Materialien eine
interessante Ausstellung
geschaffen, die die
Entwicklung vom ehemaligen
Flughafen hin zum größten Ort
der Gemeinde in allen
Bereichen des Lebens
nachzeichnet.
Die
Vorgeschichte der Ortschaft
ist die des ehemaligen
Regierungsflughafens
„Reichenhall – Berchtesgaden“,
der unter dem Naziregime
eingerichtet wurde. In der
hier angesiedelten „Deutschen
Forschungsanstalt für
Segelflug“ wurden bedeutende
technische Entwicklungen
vorangetrieben. Als Spezialist
für diese Zeit stand Frederic
Müller Romminger dem
Ausstellungsteam tatkräftig
zur Seite.
Ganz
entscheidend wurde
Mitterfelden von jeher durch
Einwanderer und Flüchtlinge
geprägt. „Die Siedlung ist ein
wahrer Zuwanderungsort, was
das gesellschaftliche und
kulturelle Leben stark geprägt
hat“, so Walter Soraruf,
Mitglied des Arbeitskreises.
Breits nach Kriegsende wurden
über 1600 Flüchtlinge und
ehemalige KZ – Häftlinge in
den Barackensiedlungen
untergebracht. Herkunft,
Zusammensetzung und Wachstum
der Bevölkerung bilden daher
einen Hauptpunkt der
Ausstellung.
Äußerlich
prägte die bauliche
Entwicklung das Ortsbild, das
über die Jahre hinweg schnell
wuchs. Eine Vielzahl von
gewerblichen Betrieben ließ
sich nieder. Auch ihnen widmet
die Ausstellung einen Teil.
Besonders
reizvoll dürfte die Sammlung
von Fotos, Berichten und
Dokumenten sein, die über das
gesellschaftliche Leben seit
der Ortsgründung berichten.
„Hier konnten wir auf große
Unterstützung aus der
Bevölkerung zählen. Vielen
haben ihre privaten
Erinnerungsstücke gebracht und
wussten meist viel über das
damalige Leben zu berichten“,
so Gabriele Noreisch. Weitere
Punkte der Ausstellung sind
das kirchliche Leben und die
Bildungseinrichtungen in
Mitterfelden.
Die
Ausstellung bringt vieles ans
Tageslicht, was sonst in
Archiven oder privaten
Sammlungen schlummert. Sie
bietet daher die einmalige
Gelegenheit für Jung und Alt
teilweise noch nie gezeigtes
Material zu bestaunen, etwas
über die eigene Heimat zu
erfahren und Erinnerungen
aufzufrischen oder
auszutauschen. Auch für
historisch interessierte aus
den Nachbargemeinden gibt es
sicherlich einiges zu
entdecken. Zusammengefasst ist
das Ganze in einer aufwendig
gestalteten Broschüre.
Geöffnet
ist die Ausstellung zu den
regulären Öffnungszeiten der
Gemeinde, an Samstagen von
14.00 bis 17.00 und sonntags
von 11.00 bis 16.00. Am
Geburtstagsfest „50 Jahre
Mitterfelden“ am 29. September
ist sie ganztägig zu
besichtigen. Der Eintritt ist
frei.
Geburtstagsfeier
50 Jahre
Mitterfelden heißen auch 50
Jahre des Zusammenlebens.
Deshalb laden das THW, die
Pfadfinder Mitterfelden, der
Gewerbeverband und der
Kulturverein alle Einwohner
und Freunde zu einer
Geburtstagsfeier ein. Am
Samstag, den 29. September
steigt am Rathaus und am
Grundstück der Pfadfinder eine
kleine Fete mit buntem
Programm. Den Beginn macht um
11.00 ein ökumenischer
Feldgottesdienst am
Freizeitgelände der Pfadfinder
Mitterfelden am Stadtweg
Richtung Ainring. Nach der
feierlichen Einweihung des
Grundstücks wird sich ein
Festzug zum Rathaus bewegen,
wo das THW im Festzelt für das
leibliche Wohl sorgt.
Musikalisch umrahmt wird die
Feier zunächst von der
Musikschule Blommer und ab
15.30 Uhr dürfen sich die
Besucher auf Funk, Soul und
Blues mit der jungen Band
„POOL“ freuen.
Neben
einem Luftballonflugwettbewerb
mit tollen Preisen stehen ein
Flohmarkt, Kinderschminken,
ein „Pfadi-Triathlon“, ein
Schaulager und vieles mehr auf
dem Programm. Der
Gewerbeverband wird seine neue
Homepage vorstellen und die
Pfadfinderfreunde sorgen für
die Verpflegung mit Kaffee und
Kuchen.
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