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Historische Entwicklung des Rupertiwinkel

Wie der Rupertiwinkel zu seinem Namen kam

Um 2500 bis 2000 v. Chr. War die Region des Rupertiwinkel bereits erstmals besiedelt, wie Funde aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit belegen.

Die Kelten, die sich etwa im 5. Jahrhundert vor Christus im Alpenvorland ausbreiteten gründeten hier die Provinz Noricum. Die Keltenherrschaft wurde etwa um 15 v. Chr. von den Römern beendet, die dann für ca. 500 Jahre diese 'Provinz Noricum' regierten.

Etwa Mitte des 6. Jhdt's nahmen die Bajuwaren mit dem damaligen Stammgeschlecht der Agilofinger Besitz von der Provinz Noricum. Unter Ihrem Einfluss entstanden in Bayern mehrere Bistümer und Klöster, die von den Agilofingerfürsten reichlich ausgestattet wurden.

Etwa Ende des 7. Jhdt's räumte der damals regierende Bayerische Herzog Theodo II. dem missionierend durch Land ziehenden Bischof St. Rupertus aus Worms das Recht ein, sich einen beliebigen Platz zur Errichtung eines Bischofssitzes zu wählen. Rupertus entschied sich für die zerstörte Römerfestung Juvavum, das heutige Salzburg und begann dort 696 die Abtei St. Peter und das Frauenkloster Nonnberg zu errichten. Begünstigt wurde die Gründung des Erzbistums Salzburgs durch die Schenkung von 20 Sudpfannen und mehreren Solequellen (Bad Reichenhall) sowie über 100 Bauernhöfen mit den den entsprechenden Almen. Damit war eine wirtschaftlich gesicherte Basis für die Vormachtstellung der Salzburger Erzbischöfe geschaffen, verbunden mit Jahrhunderte andauernden Querelen, Streitereien und Kriegen mit den Berchtesgadener Pröpsten und den bayerischen Herzögen.

Im Jahre 788 setzte König Karl der Große den letzten Algilofingerherzog Tassilo III ab und Bayern wurde karilofingisch. Sein Vertrauter Arn, der seit 785 Bischof von Salzburg war, nutzte die Gelegenheit die weitverstreuten Stiftungen und Besitztümer die die Kirche von den Algilofingern erhalten hatte in der 'Notitia Arnonis' dem ersten "Liegenschaftskataster" zu erfassen und zu beschreiben. Viele Ortsnamen, Siedlungen und Kirchen tauchen hier das erstemal urkundlich erwähnt auf. 798 wurde Arn zum Erzbischof von Salzburg ernannt, dem auch die von Regensburg, Passau, Freising und Säben (heute Brixen) unterstellt waren. So entstand im Laufe der Zeit zwischen Österreich und Bayern ein selbständiger Kirchenstaat, der 1200 auch die Reichsunmittelbarkeit erlangte. Der Erzbischof von Salzburg war somit gleichzeitig geistliches und weltliches Oberhaupt seines Gebietes.

Aufgrund der schwelenden Grenzstreitigkeiten zwischen Bayern und Salzburg wurde 1275 der Verlauf eindeutig festgelegt und das Gebiet des Rupertiwinkel wurde gesamt dem Salzburger Hoheitsgebiet zugeschlagen. So erlebte der Rupertiwinkel die nächsten 500 Jahre hindurch eine relativ friedliche Epoche, unberührt von den Kämpfender Nachbarländer Österreich und Bayern und den Glaubenskriegen Kathololiken-Protestanten. Jedoch forderte die Pest von 1714 viele Opfer.

Not brach über den Rupertiwinkel erst mit dem österreichischen Erbfolgekrieg (1743-45) sowie den napoleonischen Feldzügen herein. 1803 wurde das geistliche Fürstentum Salzburg im Zuge der Säkularisation aufgehoben und das Land Salzburg 1805 erstmals in seiner Geschichte an Österreich angegliedert. Damit gehörte auch der Rupertiwinkel zu Österreich allerdings nur bis zur Niederlage der Österreicher durch die Franzosen im Jahre 1810. Als Dank für die Waffendienste wurde dieses Gebiet 1810 wieder an Bayern übertragen. Nach dem Sturz Napoleon wurde 1816 im Münchner Vertrag zwischen zwischen dem Bayerischen König und dem österreichischen Kaiser festgelegt, dass das Erzbistum geteilt wird und die Saalach-Salzach-Linie von Piding bis Burghausen die Grenze zwischen Österreich und Bayern bilden soll. Der Teil westlich der Grenzlinie erhielt dabei den Namen Rupertiwinkel zu Ehren des Gründers des Rupertiwinkel, dem Erzbischof St. Rupert zu Worms, dem Schutzpatron des Salzwesens und des Salzhandels.

 

   

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